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Zwischen Überforderung und Ohnmacht –Familien- allein gelassen im Pflege- und Betreuungssystem
Nach über 35 Jahren Tätigkeit in leitender Funktion im Sozial- und Gesundheitswesen komme ich zu einer klaren, ernüchternden Einschätzung: Der Staat überlässt Familien mit den Themen Pflege und Betreuung noch immer weitgehend sich selbst.
Das ist längst nicht mehr nur eine Frage von Müdigkeit, finanzieller Belastung oder organisatorischer Überforderung. Gerade im Kontext von Verwirrtheit, Vergesslichkeit, Alzheimer, Demenz und Co. wird die Situation zu einer dauerhaften emotionalen und strukturellen Zerreißprobe. Es ist die schleichende Ohnmacht, die Hilflosigkeit – und dieses ständige Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Familien erleben, wie sie vertröstet werden, wie Zuständigkeiten verschwimmen, wie sie sich im Dickicht widersprüchlicher Regelungen verlieren und am Ende allein gelassen bleiben.
Besonders bei Verwirrtheit, Vergesslichkeit, Alzheimer, Demenz und Co. zeigt sich diese Systemlücke deutlich: Der Pflegebedarf wächst schrittweise, während Unterstützung oft zu spät, zu fragmentiert oder gar nicht greift. Angehörige tragen über Jahre hinweg eine enorme Last – organisatorisch, emotional und körperlich – ohne dass das System ihnen verlässlich zur Seite steht. Das Problem liegt also nicht im Einzelfall – sondern im System.
Ich verstehe mich als Netzwerker – geprägt auch durch mein geographisches Studium. Geographen denken nicht in Schubladen, sondern in Zusammenhängen. Sie betrachten Systeme ganzheitlich, erkennen Wechselwirkungen und Übergänge. Ergänzt wurde mein akademischer Weg durch Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Agrarökonomie und Agrarsoziologie. Diese interdisziplinäre Perspektive prägt bis heute mein Handeln.
Mein beruflicher Weg war vielfältig: vom Gemeindeassistenten der Katholischen Hochschulgemeinde Gießen über die Tätigkeit als Bundesgeschäftsführer des Kreuzbund e.V. in Hamm bis hin zur Geschäftsführung und dem Vorsitz von Projekt 3 e.V. - einem gemeinnützigen Träger, der seither im Sozial- und Gesundheitswesen tätig ist – mit Schwerpunkten in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. 1993 war ich Gründungsmitglied von Projekt 3 e.V.